Gefahren im Umgang mit dem modernen Internet Teil 1

Das Internet von heute unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den ersten Ausläufern des World Wide Webs. Eventuell ist es Ihnen auch schon einmal passiert, Sie bekommen plötzlich Post mit einer Rechnung für einen Service den Sie niemals aktiv in Anspruch genommen haben. Oder ein Freund weist Sie daraufhin, dass jemand wohl mit Ihrem Namen Stuss im Internet verbreitet. In diesem Artikel möchte ich Sie auf die Gefahren im Umgang mit dem Netz hinweisen und Ihnen verlässliche Tipps geben, wie Sie sich schützen können.

Eine der schwerwiegendsten Gefahren ist der Identitätsdiebstahl, durch Ihn können Sie große Summen an Geld verlieren oder eine dauerhafte Schädigung ihrer Person davontragen. Die weitaus verbreiteteste Form besteht in einer Nachricht die unter falschem Namen geschrieben wurde. Hierzu kann der Dieb Ihren echten Namen oder einen Ihrer Nicknamen benutzen. Dies lässt sich präventiv nicht verhindern, jedoch gibt es unter dem Namensrecht die Möglichkeit einer Person die Ihren realen Namen verwendet ein Unterlassungsschreiben zukommen zu lassen. Um Komplikationen zu vermeiden sollten Sie sich in diesem Fall jedoch direkt an die Betreiber der jeweiligen Webseite wenden. Wenn es zu keinem fruchtbaren Dialog kommen sollte, können Sie sich auch direkt an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Leider gilt dies noch nicht für Nicknamen, da diese nicht durch das Namensrecht geschützt sind und an sich keine eigene Identität darstellen.

Sollte es dazu kommen das jemand mit Ihrem Namen Leistungen in Anspruch nimmt oder sich Sachen über das Internet bestellt liegt eine Straftat vor die Sie zur Anzeige bringen können. Gleiches gilt wenn jemand mit Ihrem Namen im Internet auftritt, um Sie zu verleumden, oder Ihnen eine Straftat unterstellt und damit ein Strafverfahren gegen Sie einleitet. Wenn Ihnen ein derartiges Verhalten im Internet auffällt gilt: Screenshots machen! Da diese in einer späteren Verhandlung be- oder entlastend wirken. Um diese Szenarien so gut es geht vorzubeugen, sollten Sie Ihre Daten schützen. Das heißt, in sozialen Medien wie Facebook oder Xing, keine persönlichen Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Zeigen Sie Kontaktinformationen wie E-Mail, Anschrift oder Telefonnummern nicht allen Personen. In fast jedem Forum oder Netzwerk können Sie diese Angaben über Privatsphäre Einstellungen nur einem bestimmten Kreis wie z.B. der Familie zugänglich machen. Geben Sie niemals Ihre Bankverbindung auf Seiten an, die kein HTTPS bieten und denen Sie vollauf vertrauen. HTTPS ist ein Internetprotokoll über das sich Daten abhörsicher übertragen lassen. Durch das Phishing, auf das im nächsten Absatz näher eingegangen wird, können kriminelle Menschen jede Website nachahmen und Sie dazu bringen Zugangsdaten oder gar Bankverbindungsdaten preiszugeben. Kontrollieren Sie für diesen Fall immer die Adresse in der Browser Adressleiste auf dubiose Rechtschreibfehler und geben Sie diese im Zweifelsfall noch einmal per Hand ein.

Kommen wir nun zum Phising , hier hat es jemand es auf Ihre persönlichen Daten abgesehen. Die gängigste Methode ist es wie oben schon beschrieben, vertrauenswürdige Webseiten zu imitieren um Sie so zu einer Eingabe von Passwörtern oder ähnlichem bewegen. Der Wirksamste Schutz hiervor besteht darin die Webadresse zu kontrollieren. Meistens werden Opfer in dem Fall über einen Link der fast immer in Form einer E-Mail kommt auf diese Seiten gelockt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser lautet eine alte Weisheit. Auch bei E-Mails sollte dies gelten. Öffnen Sie keine E-Mails von Adressen die Sie nicht kennen oder zu denen Sie keine Assoziation bilden können. Immer wieder zielen diese Phising-Attacken auf Ihre Bankdaten ab. Geben Sie diese niemals auf Anfrage heraus sonder nur durch Eigeninitiative! Die meisten Banken werden Sie darauf hinweisen, wenn Sie bei Ihnen beantragen Onlinebanking zu nutzen.

Eine weitere ernstzunehmende Gefahr sind die Abofallen. Hierbei werden Ihnen Leistungen versprochen die jedoch mit einem Abo verbunden sind. Natürlich stellen Abos an sich keine Straftat dar, wenn Sie jedoch nicht darauf hingewiesen werden schon. Es werden in solchen Fällen keine oder nur versteckte Hinweise darauf gegeben, dass Sie bei Vertragsschluss eine finanzielle Gegenleistung erbringen müssen. Auch hier gilt, geben Sie um dies Sinnvoll zu vermeiden keine Kontodaten an, damit keine Lastschrifteinzüge stattfinden. Normalerweise schicken Ihnen solche Firmen Inkassoschreiben in denen die Forderungen nochmal scharf verdeutlicht und wiederholt werden. Wenn Ihnen dies komisch vorkommt und Sie das Schreiben mit keiner von Ihnen in Anspruch genommenen Leistung verbinden können, sollten Sie sich an Ihre letzten im Internet getätigten Vertragsabschlüsse erinnern. Falls Sie wissen welche Website für die Zahlungsaufforderung verantwortlich ist, recherchieren Sie erst einmal im Internet. Die meisten Abofallen werden schnell entlarvt und in diversen Internetforen veröffentlicht. In diesem Fall können Sie die Inkassoschreiben und Drohforderungen ignorieren. Denn es gilt: Solange kein Gerichtsbeschluss vorliegt ist der Brief rechtlich nicht relevant. Falls Sie weiterhin Forderungen erhalten, rufen Sie bei der Firma oder dem Inkassobüro an oder schreiben Sie einen Brief, in dem Sie den jeweiligen Firmen mit der Einschaltung eines Anwalt und einer Strafanzeige zurückdrohen. In den meisten Fällen hat sich dadurch alles weitere erledigt. Machen Sie auch hier vorsichtshalber Screenshots von der Webseite und deren AGBs. Wenn Sie einen Vertrag im Internet abschließen lesen Sie bitte immer die AGB, vielen Menschen ist dies zu anstrengend und es herrscht die Meinung vor, dass da sowieso immer das gleiche drinsteht. Um jedoch unliebsame Zahlungen zu vermeiden ist ein gründliches lesen derer unerlässlich.

Im zweiten Teil erfahren Sie mehr über die Gefahren, die von Botnetzen und klassischen Computerviren ausgehen.

Veröffentlicht in: Entwicklung, Gesellschaft

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