Gefahren im Umgang mit dem modernen Internet Teil 2

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir uns mit dem Identitätsdiebstahl, dem Phishing und Abofallen auseinander gesetzt. In diesem Teil wollen wir uns mit klassischen Computerviren und Botnetzen beschäftigen.

Einen Virus oder Trojaner kann man sich heutzutage Leider relativ leicht einfangen. In den meisten Fällen geschieht das über Downloads, in denen sich die Viren verstecken. Sobald eine unscheinbare Datei oder ein Programm ausgeführt werden, installiert sich im Hintergrund der Virus. Diese Programme kommen in vielen Varianten, einige davon sind Datei-, System-, Makro- und Residente Viren. Andere kommen in Form von Würmern oder Trojanischen Pferden. Die Dateiviren nisten in Computerprogrammen und verbreiten sich wie oben beschrieben weiter. Makroviren verstecken sich in Dokumenten wie Excel oder Word Dateien und arbeiten beim öffnen dieser eine Schadensroutine ab. Systemviren können sich in den Bootsektor oder die Partitionstabelle installieren und werden noch vor dem eigentlichen Betriebssystem geladen. Sie können sich unbemerkt auf weitere Datenträger, wie USB-Sticks oder Speicherkarten ausbreiten. Residente Viren hingegen hausieren im lokalen Arbeitsspeicher und verbreiten sich von dort aus auf weitere Partitionen aus. Trojaner installieren sich meist auch über harmlos wirkende Programme und werden meistens dafür verwendet weitere Schadsoftware wie Keylogger oder ähnliches zu installieren. Der Trojaner an sich stellt in der Regel keinen Schaden an einem Computersystem an. Die Klasse der Würmer wird eigentlich nicht als echter Computervirus angesehen, da ein Wurm an sich keinen Schaden anrichtet. Er verbreitet sich innerhalb eines Netzwerkes und belegt dabei Speicherressourcen. Manchmal führt der Computerwurm jedoch weitere Schadsoftware mit sich und kann dadurch Schaden anrichten. Das Programm Spybot Search&Destroy erkennt in den meisten Fällen viele dieser Virensorten und entfernt diese zuverlässig.

In den meisten Fällen eines lokalen Virus schafft eine herkömmliche Antiviren Software Abhilfe. Wenn das betroffene Betriebssystem von Microsoft stammt und Ihr Antivirenprogramm den Virus nicht entfernen kann, gibt es die von Microsoft angebotene Lösung des Tools zum Entfernen Bösartiger Software, kurz MSRT. Dieses Können Sie sich auf der Microsoft Homepage herunterladen und es entfernt verlässlich die gängigsten Viren. Wenn sich allerdings ein Virus in den Bootsektor eingeschlichen hat, wird dieser zuverlässig über die Reparaturkonsole von Windows gelöscht. Legen Sie hierzu die Windows-DVD in das Laufwerk ein und starten Sie die Reparaturkonsole. Hier geben Sie die Befehle „/fixboot“ und „/fixmbr“ ein um den Bootsektor und den Master Boot Record neu zu schreiben. Starten Sie danach Ihren Computer neu. Ist ein Macintosh Computer befallen können Sie sich mit Antiviren Software schützen, hier ist beispielsweise das Tool ClamXav sehr nützlich. Es ist in jedem Fall nützlich ein Antiviren Programm zu installieren und regelmäßig zu updaten, hierdurch werden die meisten Viren präventiv gar nicht erst ausgeführt, da die Dateien meist in Echtzeit auf Viren überprüft werden und bei einem erkennen dieser sofort die Notbremse zieht und die Dateien in Quarantäne schickt.

Die nächste Gefahrenquelle sind Botnetze. Der Begriff setzt sich aus zwei englischen Wörtern zusammen, Robot und Net, dies lässt sich zu dem deutschen Begriff Roboternetz übersetzten. Ein von diesem Phänomen betroffener Computer handelt selbstständig und ohne das Zutun des Besitzers. Sobald sich ein Computer in ein solches Netz eingegliedert hat, kann das komplette Botnetz, das aus mehreren tausend Computern bestehen kann, für Dinge wie DDOS Attacken oder das verschicken von Spam Mails missbraucht werden. Die Infizierung mit einem entsprechenden Programm geschieht über dieselben Wege mit denen auch Viren auf Ihren Rechner gelangen können. Es wird ein Programm auf Ihrem Computer installiert, welches die Kontrolle übernimmt. Diese Software signalisiert dann dem jeweiligen Hauptrechner, dass Ihr Computer nun Mitglied ist und auf weitere Befehle wartet. Es kann sich je nach Programm den kompletten administrativen Zugriff sichern, Ihren Rechner neu starten und Ihre Passwörter ausspionieren. Der Wirksamste Schutz vor dieser Gefahr sind wie oben schon beschrieben Antiviren Programm, da die Botnetzprogramme über die gleichen Methoden auf Ihren Rechner gelangen. Halten Sie Ihr Antiviren Programm immer auf dem neuesten Stand. Um nicht auch Teil eines solchen Netzes zu werden. Nach dem jährlichen Security Report von Cisco, aus dem Jahr 2008, werden täglich 220 Milliarden E-Mails verschickt, 200 Milliarden davon sind Spam Mails, von denen wiederum 5,8 Milliarden aus Deutschland stammen. Das deutsche Anti-Botnet-Beratungszentrum stellt den DE-Cleaner zur Verfügung, der Ihren PC sicher auf Botnetz Aktivitäten durchsucht.

Abschließend ist zu sagen, achten sie auf ihre Links und E-Mails, installieren sie ein Antivirenprogramm und lassen dieses ständig die neuesten Heuristiken downloaden. Öffnen sie keine Spam-Mails und laden sie keine dubiosen Programme herunter, ohne sich hinreichend über deren potentielle Gefahren zu informieren. Geben sie niemals Bankdaten ein ohne eine sicheres Übertragungsprotokoll zu verwenden (HTTPS) und achten sie darauf wer ihre persönlichen Daten einsehen kann. Wenn sie diese simplen Vorsichtsmaßnahmen mit in ihre Internetaktivitäten einfließen lassen, sind sie vor den gängigsten Gefahren geschützt.

Veröffentlicht in: Entwicklung, Gesellschaft

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