Das Lizenz-Dilemma

Durch einen humoristischen Artikel bin ich auf dieses Thema aufmerksam geworden. Wer heute etwas kauft dem muss es nicht unbedingt gehören. Ein sehr gutes Beispiel ist Software in jeglicher Form oder auch gewisse Multimedia-Geräte. Meine ersten Erfahrungen mit Computerspielen habe ich mit einem Super-Nintendo gesammelt. Man war gewohnt sich Spiele zu kaufen und sie auf der Konsole zu spielen, das gleiche Prinzip galt für den PC.

Mit Einführung der Playstation und später der Xbox, kamen dann diverse Methoden hinzu um die Konsolen “zweckentfremdet” einzusetzten. Man hat im Prinzip eine Festplatte eingebaut oder falls vorhanden diese Erweitert und dort Spiele und Programme installiert. Um diese über das Konsoleneigene Betriebssystem oder Interface aufrufen zu können, musste meist noch so etwas wie ein extra-Programm oder ein kleines Zusatzbetriebssystem her.

Bei den Computerspielen konnte man sich diese Hardwarekomponenten von Haus aus erweitern. Spiele waren von dieser Freiheit vorerst und nach Willen des Herstellers ausgeschlossen. Bis jemand auf die Idee kam, diverse Dateien in den Spieleverzeichnissen zu verändern und so wurde das allseits beliebte “modden” geboren. Man konnte sich über HEX-Editoren diverse Dinge freischalten oder sich unendliche Summen an Spielwährung herbeicheaten.

Das ging den Spiele- und Konsolenentwicklern jedoch mächtig auf den Geist. Und so findet man heute in jeder zweiten AGB diverse Klauseln die einem die Lizenz zum nutzen des jeweiligen Produktes entziehen, sollte so ein Verhalten auftreten. Wie? Lizenz zum nutzen? Wir haben die Produkte doch gekauft und können damit machen was wir wollen. Weit gefehlt, Produkte wie die neue Xbox360, das iPhone und diverse andere Smartphones, verweigern jeden weiteren Support und Garantieansprüche, wenn wir das Produkt nicht so nutzen wie es der Hersteller vorgesehen hat.

Nun könnte man meinen, das uns die Großindustriellen nicht auf die schliche komme sollten wir dies doch tun. Wieder falsch, denn dank der konstanten Konnektivität der Produkte mit dem Internet und damit mit den Servern der Hersteller, findet dieser das ganz schnell raus. Im Falle von Microsoft und ihrer Xbox, wird einem sogar der Zugang zu dem eigenen Online-Portal XBox-Live gesperrt. Über diesen läuft die Interaktion mit Freunden, Spielepartnern und anderen. Es werden darüber unter anderem Spiele und Apps vertrieben.

Wenn man nun ein iPhone “jailbreakd” also zu deutsch aus dem Gefängnis (von Apple) befreit, verliert man damit die Gewährleistung und weitere Supportansprüche von Apple. Im Fall von Software wie Programmen oder Computerspielen gehen einige Hersteller und Vertriebe wie Steam oder EA sogar noch weiter. Hier ein Auszug aus den Lizenzbestimmungen von Steam:

Valve räumt Ihnen hiermit ein beschränktes, kündbares, nicht exklusives Nutzungsrecht in Bezug auf die Software zu Ihrer persönlichen Nutzung gemäß diesem Nutzungsvertrag und etwaigen Abonnementbedingungen ein. Sie akzeptieren das Nutzungsrecht in diesem Umfang. Hinsichtlich der Software wird Ihnen ein Nutzungsrecht eingeräumt, sie wird Ihnen nicht verkauft. Ihr Nutzungsrecht umfasst keine weitergehenden Eigentumsrechte oder sonstigen Rechte an der Software.

Auch battlenet bedient sich einer ähnlichen Rhetorik und entzieht ihnen das Nutzungsrecht für ein Spiel sobald sie etwas tun was denen nicht in den Kram passt. Selbst wenn sie vorher mehrere Dutzend Euros in diese Spiele investiert haben und bei ihnen der Eindruck entstand sie hätten die Software gekauft. Falsch sie haben sie nur geleast.

Also Liebe Kunden, Zocker, Progger und andere Nutzer von solchen Geräten und Softwareprodukten: Lest euch bitte immer die AGBs durch, auch wenn es viel Arbeit bedeutet, im nachhinein kann sie euch eine Menge Geld und Ärger sparen!

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