Smartphone Appstores im großen Vergleich

In der Vergangenheit ist des Öfteren bestimmt schon aufgefallen, dass ich mich nicht unbedingt positiv über die Zahlungsmodalitäten von AppStores im allgemeinen ausgelassen habe. Ob Android Marketplace, Apples Appstore oder Microsofts WindowsPhone Marketplace. Selbst relativ kleine AppStores sind nicht in der Lage sich effektiv in nationale Märkte zu integrieren. Ich spreche hier von der Kreditkartenproblematik welche hierzulande enorm ineffektiv ist. Zunächst einmal ein bisschen über die staatlichen Subventionen der jeweiligen Stores:

Im wesentlichen werden die AppStores nicht auf dem Papier vom Staat unterstützt. Jedoch heruntergerechnet vom Bundeswarenkorb(Stand Juli 2010) und meiner Erinnerung nach auch einmal von Frau Von der Leyen in einer Talkshow erwähnt, wird im Hartz IV-Satz bzw. den Sozialleistungen auch ein Bruchteil unter sonstigen Leistungen explizit für Apps eingeplant. Das ist nicht nur kurios und ein wenig unüberlegt wenn man sich doch die Politik der diversen Agenturen der Arbeit ansieht in denen Sozialhilfeempfängern explizit der Zugang zum Internet verwehrt wird, sondern auch ziemlich abwegig. Denn wer kein Geld bzw. wenig Geld hat, hat mit Sicherheit andere Gedanken als sich um Apps zu kümmern. Aber dies ist nur ein kleines Detail am Rande und das war es auch schon mit staatlichen Subventionen. Im Realfall entspricht dieser Anteil jedoch rund 60 Cent pro Monat. Also fast schon eine App wenn man sich die gebräuchlichsten Preise Apples Appstore ansieht.

Nun wird es aber noch ein wenig absurder: Deutschland war schon immer ein Land mit relativ wenigen Inhabern von Kreditkarten und wird es vermutlich auch die nächsten Jahre über sein. Durch Phishing, Skimming und die üblichen Trickbetrüger sind die Deutschen möglicherweise so verschüchtert, dass Online-Banking und Bezahlen mit Online-Payment Systemen wie bspw. Paypal immer noch nicht richtig in die Gänge gekommen sind. Und ja es stimmt: Rein relativ kauft man hierzulande öfters online als jemals zuvor, aber auch immer nur dort wo vorher auch gekauft wurde. Die Gewinner sind immer noch die selben Versandhäuser, Elektronikketten und Computerhändler. Wobei die letzen beiden sehr stark von dem Wissen der damaligen IT-Generation profitierten welche das Einkaufen in Onlineshops eben zuerst für sich entdeckten. Auch ebay oder innovative Unternehmungen wie “letsbuyitcom” haben zur Popularität beigetragen. Aber darum hat sich niemand eine Kreditkarte angeschafft.

Und eben darum geht es in diesem Artikel: Sämtliche Appstores haben die Zahlungsmöglichkeit per Kreditkarte, aber in Deutschland besitzt lediglich jeder 5. eine Kreditkarte und der Anteil derer die diese Online nutzen ist ebenfalls sehr gering. Wenn man sich bspw. aktuelle Fälle anschaut in denen einfach mal 12 Millionen Kreditkartennummern in Mexico oder sonstwo auftauchen, ist das aber auch kein Wunder. Onlinezahlungen sind immer noch gefährlich, insbesondere wenn man sich dieses Kamikazeprinzip der Kreditkarten ansieht bei denen lediglich die Angabe der Nummer zu einer Zahlung ausreichen kann. Micropayment ist eine tolle Sache, aber ohne vernünftige Zahlungsmethoden wird man damit in Deutschland keinen Fuß fassen. Ich habe mich nicht international umgeschaut, aber zumindest in den Nachbarländern und den USA sind Kreditkartenzahlungen weitaus üblicher als hierzulande. Somit vergleiche ich hier mal die Appstores im Fokus auf die Zahlungsmodalitäten. Die Kreditkarten sind ausgenommen weil diese in allen Stores verwendet werden.

Apples Appstore: Apple ist hierbei im Vergleich mit den anderen Stores am fortschrittlichsten. Die Zahlungen sind per Prepaid-Card bzw. iTunes-Store Karte möglich. Außerdem bietet Apple auch die Zahlung per Click and Buy an. Der Vorteil bei Click and Buy (ebenso wie bei Paypal) einige andere Stores und  teilweise Versandhäuser unterstützen den Kauf mit Click and Buy ebenfalls.

Android Marketplace: Von den großen Appstores die beste Alternative. Neben dem Zahlen per Rechnung (nur für Vodafone Kunden) gibt es noch einen alternativen Schleichweg zu Zahlungsverfahren alá Paypal auf Zweit- oder Drittmärkten bzw. Stores.

Microsoft Windows Marketplace: Der unangenehmste aller Vertreter. Die Zahlung ist ausschließlich über Kreditkarte möglich.

Wenn man sich nun die Zahlungspolitiken der Stores ansieht, erkennt man wie unbekümmert die Hersteller von Smartphones und die Publikatoren handeln. Keinerlei Anpassung an die Gewohnheiten der Konsumenten vor Ort. Kein Wunder das also das Windows Phone in Deutschland und international noch keinen Fuß fassen konnte, denn ein Kaufkriterium beim Erwerb meines Smartphones war bspw. “Kann ich im Store für Apps bezahlen?“. Ich liebäugelte damals zwar mit dem Lumia 800 habe es mir aber nicht gekauft weil ich nicht mit Kreditkarte im Store bezahlen möchte.

Und so wie mir geht es etlichen anderen auch. Man erhebt doch keine Mehraufwand nur um am Ende 80 Cent in einem xbeliebigen Store für eine mehr oder minder sinnvolle App auszugeben. Wenn sich an den Zahlungsmodalitäten in Deutschlands Appstores also nichts ändert, ist der Zug in Deutschland bald abgefahren und Micropayment wird weiterhin eine tolle Sache sein. Die so nicht funktioniert.

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