Facebook erlaubt trotz Chronik keine Zeitreisen

Ja tatsächlich ist Facebook recht knauserig was das Surfen auf der eigenen Pinnwand angeht. Dies musste ich schmerzlich erfahren nachdem mir die Gedanken zur Erhebung einer kleinen Statistik gekommen sind. Ohne Absturz des Browsers habe ich es lediglich bis hin zum 16.2.2012 geschafft. Eigentlich wollte ich in diesem Artikel auch einen Vergleich der “willentlich” geposteten Statusmeldungen aller Nutzer auf meiner Wall mit dem Zeitraum April 2012 und April 2011 vergleichen. Aber leider ist dies ein Unding (je nachdem natürlich was für Ressourcen man auf seiner eigenen Rechenmaschine hervorbringen kann).

Die Boxedpages Fanpage auf Facebook

Die Boxedpages Fanpage auf Facebook, heute schon geliked?

Nun denn, ich habe mir Gedanken bezüglich der Postings eines durchschnittlichen Nutzers gemacht und allem was einem im Laufe des Tages an der Wall vorbeirauscht. Rund 90 Statusmeldungen oder sonstige Interaktionen würde ein Facebook Nutzer im Laufe eines Monats von sich geben. Das hört sich selbstverständlich nach relativ viel Content an, insbesondere wenn man bedenkt dass jeder Nutzer seine durchschnittlichen 130 Freunde hat und abgesehen davon auch noch von den Meldungen von Fanpages etc. mit Postings aller Art beladen wird.

Aber nun gut. Zu dem Punkt der Aufmerksamkeitsspanne sind wir in der Vergangenheit ja auch schon gekommen. Es geht hierbei um den Vergleich zwischen den Postings 2011 und 2012. Während im Jahre 2011 noch relativ unproblematisch über vollkommen alltägliches gepostet wurde, besteht im Moment die Wall zu rund 70 % aus den Inhalten von Fanpages, Seiten oder Bildern welche geliked wurden, lediglich 30% gehen noch auf willentlich geteilte Inhalte zurück. Im Jahre 2011 war dies noch anders. 80% natürliche und willentliche Statusmeldungen und 20% Werbung und Fanpage Infos. Die Wall lief in der selben Geschwindigkeit mit geteilten Inhalten und Statusmeldungen. Der expressionistische Drang der Fanpages war zu diesem Zeitpunkt quantitativ noch nicht so hoch und auch die Darstellung gelikter Bilder war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht auf der Wall zu finden.

Selbstverständlich kann man seine Wall auch Filtern, aber wozu sollte man dass tun? Man ist Mensch und dementsprechend neugierig.

Und was hat das mit dem Börsengang zu tun? Ganz einfach. Nachdem heute erneut die Meldungen über Facebook aufblitzten und die Preise pro Aktie mittlerweile zwischen 38 und 45 US-Dollar eingeschätzt werden, wird so einiges klar. Neben dem Börsengang, tauchte auch noch ein unliebsamer Konkurrent auf: nämlich Google! Während Google+ vielfach als qualitativ und innovativ besseres Netzwerk gefeiert wird, hat Facebook mit Altlasten zu kämpfen und implementiert daher lieber schon vorhandene Dinge nach wie bspw. Bestätigungsmeldungen beim Schreiben von Nachrichten. Also muss Facebook sich weiter aufblähen und dies geschieht nur durch das vergrößern bereits vorhanderer Inhalte. Wenn jemand vor einem Jahr noch ein Bild geliked hätte, wäre dies niemanden außer dem Postenden selbst aufgefallen. Mittlerweile wird dieser Vorgang auf der Wall zelebriert und dementsprechend großflächig präsentiert. Eine Meldung die vorher komplett nichtig war, wird also geschmückt und ausgebaut.

Das mit dem potentiellen Wachstum von Facebook sehe übrigens nicht nur ich so, sondern auch Fefe. Und auch wenn dieser komplette Artikel natürlich nur subjektiv sein kann, so habe ich sporadisch wenigstens 3 – 4 Profile anderer Nutzer aufgesucht und in deren Chroniken den April 2011 mit dem April 2012 verglichen im Hinblick auf die willentlichen Postings, um emperisch wenigstens einigermaßen an mein Vorhaben zu kommen. Und ich hatte recht. Auch hier ist nicht nur der anfängliche Enthusiasmus zum Posten vergangen sondern auch die Posts des neuen Jahres waren um 40% rückläufig. Wenn wir das also Hochrechnen auf die einzige von Facebook bekannte Zahl mit 90 Posts den Monat legt, generiert der durchschnittliche Nutzer nur noch ca. 50 – 60 Posts in einem Monat im April 2012. Soviel also zu meiner subjektiven Nutzerstatistik.

Somit ist Facebooks Börsengang nicht nur ein riskantes Wagnis sondern hat auch die tatsächliche Qualität des Netzwerks immens gehemmt. Kurzfristig kann man wie ich schon öfters erwähnte, mit dem Börsengang mit Sicherheit Gewinne einfahren. Aber eben auch nur solange bis offensichtlich ist, das Facebook sich in den letzten Wochen und Monaten einfach immens aufgebläht hat zwecks finanzieller Zwecke. Vielleicht würde das ja besser werden, bspw. wenn eines Tages doch Zeitreisen auf Facebook möglich sind.

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