Facebook: Wie hoch ist die Datenqualität für Unternehmen?

Erinnert sich noch jemand an die Prophezeiung des Semantic Web? Alles wird Kontext bezogener und mit Meta-Daten überzogen? Selbst Bilder und Videos sollen mit Hilfe von Tags (wie sie auch hier in Artikeln verwendet werden) die Suche und Auswertung diverser Daten erleichtern?

Zumindest auf Facebook geht dieser Schuss gerade nach hinten los. Die Zeiten in denen Nutzer nicht nur für sich Nützliche sondern auch für Unternehmen wichtige Daten geliked haben sind vorbei. Schuld an alledem sind unter anderem die Memes, Tierkinder und emotional überladene Audiovisuelle Objekte wie Bilder und Videos. Die Möglichkeiten des Taggens mit wirklich sinnvollen Informationen sind verloren gegangen und auch Facebook tut sein übriges und löscht aus hochgeladenen Fotos bspw. sämtliche Zusatzinformationen welche im Hintergrund entstehen.

Daten sind jedoch die Essenz des Social Networks Facebook. Nichts ist wichtiger für die Werbung als valide und qualitativ hochwertige Daten um auch das entsprechende Spektrum an Kunden zu erreichen. Da Facebook jedoch am Anfang des Social Networks mit dem Einstieg der Nutzer auch die Wichtigkeit der Social Needs, also der Intentionen, Neugier und Sehnsüchte für seine Nutzer erkannt hat, wollte man diese natürlich auch Gewinnbringend verkaufen. Mit einem einfachen wie übersichtlichen Prinzip: Durch Werbeanzeigen welche auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten sind. Und die Angaben dazu liefert selbstverständlich der Nutzer durch seine Likes.

Was geschieht jedoch wenn der Nutzer schon alles Mögliche geliked hat? Die Sehnsüchte nach Anerkennung verschwinden immerhin nicht einfach von heute auf morgen. Also kommt es zu dem zweiten Social Need der Neugier. Neugier resultiert immer auch nach einer gewissen Zeit in Spaß. Und diesen gibt es auf Facebook massenweise. Angefangen von Facebook Apps welche angeblich in der Lage sind aus einem mehr oder weniger kreativen Algorithmus das Horoskop der nächsten Tage vorauszusagen bis hin zu Lustigen Tierbildern oder derzeit durch 9GAG unangefochten Nummer eins: Die Memes. Selbst die Wissenschaft beschäftigte sich eingehend mit diesem Phänomen, welches eigentlich keines ist. In Memes werden aktuelle Ereignisse oder landläufige Sachverhalte karikiert und umso abstrakter die Darstellung des Ganzen ist umso mehr Leute sehen sich das entsprechende Meme an.

Aber was sagt ein Meme über das Kaufverhalten eines potentiellen Kunden aus? Warum sollte ich durch eine Horoskop App bei den Nutzern feststellen können, auf welche Produkte sie am ehesten reagieren (außer es ist natürlich esoterischer Kram oder Homöopathische Produkte)? Und was sagen mir Bilder von Kätzchen über die schlummernden Kaufsüchte der potentiellen Nutzerschaft? Metadaten und zusätzliche Informationen zu den einzelnen Bildern und Videos fehlen und machen ein wirtschaftliches Nutzen via Datamining im Prinzip unmöglich.

Selbstverständlich ist nicht alles an Daten auf Facebook für eine wirtschaftliche Auswertung und eine Nutzung zu Marketingzwecken unrentabel. Aber die Qualität der Daten nimmt kontinuierlich ab, denn der Markt an Likebarem ist übersättigt, dadurch dass eben auch für den Nutzer irrelevante Inhalte geliked werden. Dies spricht auch für die Entwicklung der Qualität der Posts im Laufe der vergangenen Jahre. Nun ist es also nur eine Frage der Zeit ob nicht nur Facebook, sondern auch gleichwertige Netzwerke wie Google+ eine ähnliche Entwicklung durchmachen werden. Dies wären allerdings auch die ersten Anzeichen eines Umbruchs im Internet und dem Aufstieg des Social Web.

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