Gefällt mir nicht mehr: 4 Punkte die gegen Facebook sprechen

Seit Tagen schon hört man es aus allen Richtungen: Facebook hat den Nutzern eine Email-Adresse aufgezwungen. Und es kommt noch viel schlimmer, denn die Leute welche mit Ihrem Smartphone nichts ahnend die Kontakte synchronisierten bekamen jetzt alle ursprünglichen Emailadressen mit @facebook.com Adressen ersetzt. Im Nachhinein stellt sich natürlich heraus dass dies ein bedauerlicher Fehler seitens der Facebook API in den Smartphones sei. Jedoch hatte es sich einige Monate vorher noch recht motiviert angehört weltweit ein globales Kommunikations- und Nachrichtensystem aufbauen zu wollen. Und dann geschieht dieser bedauernswerte Unfall welcher weltweit auf den paar 100 Millionen Smartphones welche die Kontakte synchronisieren, die Standard Emailadressen abändert. Ein Schelm wer Böses dabei denkt und nur einer von mittlerweile unzähligen Gründen sich nach Alternativen umzusehen. Wir haben Euch die 4 wichtigsten Punkte zusammengestellt.

Facebook im Umbruch /  By Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de

Facebook im Umbruch / By Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Tägliche plötzliche Updates und Änderungen: Jeder Tag bringt neue Überraschungen

  • Im Gegensatz zu jedem anderen Social Network kann sich Facebook es im Moment erlauben konsequent über den Willen der Nutzer hinweg bspw. die Datenschutzbestimmungen zu ändern ohne großflächig darauf aufmerksam zu machen. Schon fast stündlich werden ständig Updates ausgerollt welche entweder ein großes Feature oder eine noch größere Einschränkung mit sich bringen. Was sich dabei alles im Hintergrund ändert ist nicht bekannt oder kommt erst einige Tage und Wochen später heraus. Zu den einschränkenden Auswirkungen welche bspw. erst im Nachhinein heraus kamen gehört der neu kalibrierte Edgerank (insbesondere für Fanpages) und ein „Facebook Light“ welches unter anderem auch auf die Dringlichkeit des AppCenters bei dem Social Network aufmerksam macht.
  • Diese Updates haben auch zur Folge dass zeitweise das Nachrichten- und Chatsystem nicht funktionieren oder der eine oder andere Like nicht gesetzt wird. Im Hintergrund hängt dies mit den unzähligen Datenbanken zusammen welche bei Facebook laufen. Wenn in Zukunft keine Nachrichten verschickt werden können, der Chat nicht funktioniert oder Likes nicht gesehen werden, dann warte einfach ein paar Stunden. Im günstigsten Fall wird dies wieder nach einiger Zeit. Die Datenbanken müssen schließlich umgestellt werden.

Sponsored Postings: Warum Facebook deine Statusmeldungen nicht all deinen Freunden zeigt

  • Durch die Sponsored Postings also bezahlte Statusmeldungen versucht Facebook unter anderem Aktionäre von sich zu überzeugen in dem es die Potentiale der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu profilieren versucht. Allerdings hat dies auch zur Folge dass die Wall komplett von den Einträgen erleichtert wird, bei denen Facebooks Algorithmus das Gefühl hat dass der Nutzer kein Interesse daran hat. Paradoxerweise setzt dies auch die viel beworbene „Abonnieren“ Funktion für Nutzerprofile außer Kraft. Man kann sich also seine Informationen welche man langjährig in der Wall pflegte, längst nicht mehr zusammenstellen. Sondern muss darauf vertrauen, dass tatsächlich alles dargestellt wird. Das ist nicht nur eine konsequente Bevormundung sondern auch auf eine gewisse Art und Weise Zensur, denn man kann nicht mit Bestimmtheit sagen welche Informationen dem Nutzer vorenthalten werden und welche Meldungen die eigenen Freunde sehen.

Die Anzahl und Qualität der Statusmeldungen nimmt ab

  • Wie ich in der Vergangenheit schon öfters geschrieben habe, ist der Anteil an willentlich generierten Inhalten für die Facebook Wall 2012 um bis zu 40% im Gegensatz zum Vorjahr 2011 rückläufig. Dies lässt nicht nur Rückschlüsse auf die Qualität der Daten für Werbepartner zu, sondern erlaubt auch einen Einblick auf den etwas desolaten Zustand innerhalb des Social Networks. Nach den jüngsten Meldungen von AllFacebook.de ist in den vergangenen 2 Monaten die Anzahl an neuen Nutzern nicht nur stagniert sondern auch leicht rückläufig. Durch den Versuch von Seiten Facebooks das Social Network mit einer künstlich aufgeblähten Wall eine gewisse Form von noch mehr Aktivität seitens der Nutzer vorzugaukeln, wird ebenfalls erkennbar dass man sich dessen Problem bewusst ist. Ob man es will oder nicht, aber Facebook bröckelt langsam der Putz vom blau-weißen Dach. Oder um es bildlich auszudrücken: Wie ein große brennende Gasblase wird sich das Netzwerk noch einmal aufblähen und anschließend in sich umso heftiger zusammenfallen. In einem Zeitraum von ungefähr einem Jahr, dies ist meine persönliche Einschätzung, wird Facebook nur noch eine drittklassige Rolle im Internet spielen.

Facebook wird für Unternehmen nutzlos

  • Dank des Edgeranks und der Sponsored Postings beträgt die Reichweite jeder einzelnen Fanpage nur noch 10 – 30 Prozent. Und was heißt das? Bei einer Fanpage mit 1000 Likes hat man nur noch 100 – 300 Nutzer welche die Meldung sehen. Um die ursprüngliche Reichweite wiederherzustellen möchte Facebook Geld sehen, in Form der Sponsored Postings. Der Betrag der zu entrichten ist, errechnet sich aus der Anzahl der Likes im Verhältnis zu den Nutzern welche man über die  Nutzer der Fanpage bei einem Share (also dem Teilen eines Beitrags) erreichen könnte. Für kleine Fanpages ist dieser Betrag also noch moderat, aber bei großen Unternehmensfanpages muss am Ende das Budget für die Social Media Abteilung massiv erhöht werden. Die Folge sind entweder Stellenkürzungen oder weniger Interaktion mit den Nutzern. In jedem Falle also kein Mehrwert für den Nutzer und das Unternehmen. Ein klassische Loose-Loose-Situation also.
  • Zielgruppen werden nur noch unzureichend angesprochen. Obwohl Facebook die wohl größte Personenbezogene Datenbank der Welt hat, ist die Qualität der Daten mittlerweile nicht mehr so sicher wie schon zuvor. Quantitativ sind selbstverständlich massig Daten vorhanden. Allerdings ist auch unklar welche Daten für den Werber tatsächlich relevant sind und vor allen Dingen valide. Nur als kleines Beispiel: Sollte bspw. Porsche bei rund 4,25 Millionen Likes davon ausgehen, dass jeder der geliked hat auch ein potentieller Käufer ist? Und mittels Data Mining lässt sich auch hier eher schwer ermitteln wer überhaupt über die finanziellen Mittel verfügt um einen Sportwagen zu kaufen. Dazu ist die Anzahl der Variablen und Metriken viel zu hoch.

Es gibt also wirklich massive Gründe sich von Facebook abzuwenden und sich nach neueren flexibleren und schnellen Alternativen umzusehen. Sowohl für Nutzer als auch für Unternehmen. Google+ gibt es da zum Beispiel und hier gibt es auch keinerlei Werbung. Wird sich an der Situation von Facebook momentan langfristig etwas ändern? Wohl eher nicht, dazu ist die Unternehmenskultur von Facebook viel zu strikt aufgebaut. Und der durch den Börsengang unterschwellige Zwang unbedingt hohe Gewinne zu erwirtschaften wird die Situation also noch viel schlimmer machen. Doch Dank des Social Webs wird der Untergang Facebooks nicht der Untergang des Internets sein. Man sollte nur rechtzeitig nach Alternativen suchen. Und derzeit gibt es sogar ziemlich viele.

Wie haltet Ihr es zur Zeit mit Facebook? Habt Ihr auch Konten in anderen Social Networks? Wie dem auch sei. Wir sind wie Ihr schon wisst auf Google+, Facebook und Twitter vertreten und würden uns selbstverständlich freuen wenn Ihr uns mit einem Like, einem Follow oder per Einkreisen abonniert. Wir bzw. ich halte Euch auch weiterhin auf dem Laufenden.

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