Aktion: Facebook korrigiert Dich – Dann korrigiere doch Facebook
Nicht nur ich sondern auch viele andere Nutzer und mittlerweile sogar Facebook scheinen sich der miserablen Datenqualität auf dem Social Network bewusst zu sein. So erschien mir persönlich vor ca. einer Woche eine kleine Meldung ob ich denn nicht Lust hätte Fehler bei den Orten in Facebook zu korrigieren.
Als Paradeexemplar wollte ich die Gelegenheit ergreifen und den mich persönlich schon seit mehr als 3 Jahren bestehenden Bug des falsch deklarierten Heidelbergs ergreifen. Interessanterweise konnte ich das nicht. Stattdessen wurde mir vorgeschlagen doch irgendwelche Restaurants und andere öffentliche Einrichtungen richtig zu taggen. Heidelberg bleibt auf Facebook also Heidelburg und wird wohl nie in die Gelegenheit kommen korrigiert zu werden. Wir denken hierbei an das Heidelburger Schloss, das Heidelburger Fass, die Heidelburger Druckmaschinen usw. usf. Allesamt weltweit nicht existent. Aber auf Facebook.
Jetzt ist Facebook aber dabei seine Nutzerschaft hinterrücks zu korrumpieren. Freunde werden über Freunde ausgefragt und sollen Namen liefern und zwar den Klarnamen des Freundes. Und generell steht jeder unter Generalverdacht einen falschen Namen angegeben zu haben. Also wird auch jeder über jeden ausgefragt. Ein DDR 2.0 sozusagen, wo jeder einmal Stasi-Spitzel spielen darf. Wie Folgenreich diese Bewertung ist wenn man bspw. den Namen des Freundes verleugnet ist nicht bekannt. Facebook zeigt sich dahingehend verschlossen und verspricht dem Spitzel im Gegenzug Anonymität. Es ist nicht bekannt ob der Nutzer dann darauf mit einer Meldung hingewiesen wird oder er am Ende gar gelöscht wird. Weil man bei Facebook ja auch Werbung verkaufen möchte, ist es im entferntesten nachvollziehbar weshalb man zu solchen Mitteln greift. Immerhin sind laut offizieller Angabe rund 5% also 42 Millionen (Stand März 2012) aller Benutzer Fakeaccounts. Diese geben also nicht ihre Klarnamen an.
Man kann diese Maßnahme allerdings trotzdem nicht gutheißen weil sich dadurch wiederum bestätigen lässt wie viele Freiheiten dass Social Network für seine Nutzer lässt und vor allen Dingen auch wie wenig Vertrauen man seinen Nutzern entgegen bringt. Als kollateraler Schaden hetzt man zudem die Nutzer gegeneinander auf. Auch wenn Facebook in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Verwendung von Pseudonymen unterbindet ist es dennoch sehr gefährlich seine gesamte Nutzerschaft zu denunzieren und unter Generalverdacht zu stellen eine falsche Angabe gemacht zu haben. Alles in allem hat die gesamte Vorgehensweise sehr viele Ähnlichkeiten mit der Stasi aus vergangenen Tagen.
Aus jenem Sinne habe ich mir eine Aktion diesbezüglich überlegt: Warum Facebook nicht mit den eigenen Waffen schlagen und die neu zur Verfügung gestellten Tools verwenden um das Social Network ein wenig zu kompromittieren? Die letzten 3 Monate wurde aggressivst auf den eigenen Nutzern herum getreten und auf Rückmeldungen der Community wird keinerlei Rücksicht genommen. Darum bin ich dafür die Funktion entgegen der Bestimmungen zu verwenden. Wenn Ihr also demnächst von Facebook gefragt werden solltet: Kennt Ihr diese Person? Und diese hat…
- …einen echten Klarnamen: Verleugnet Sie
- …ein Pseudonym: Bestätigt den Namen
Und was macht das für einen Sinn? Facebook kann sich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher sein, wie viele Nutzer tatsächlich mit der eigenen Identität durch das Social Network tummeln und welche Nutzer mit einem Pseudonym unterwegs sind. Soviel Datenschutz sollte immerhin noch gewährleistet werden können, denn für Werbung in Form von Facebook Ads etc. reichen letztlich vollkommen die “Gefällt mir” Angaben der Nutzer. Das wäre ja noch schöner. Als nächstes bekommt man vermutlich Post von Facebook in denen man gefragt wird ob man den Wohnort eines anderen validieren kann.
Was zählt sind Identitäten und zwar egal ob in Form von Pseudonym oder Klarnamen. Aus jenem Grunde sind alle Leser dieses Blogs herzlich dazu eingeladen an dieser Aktion teilzunehmen. Egal in welcher Form. Ihr seid bei Twitter oder Google+ und habt keinen Facebook Account? Dann könnt Ihr trotzdem dazu beitragen und diesen Beitrag tweeten, denn das wichtigste ist Information. Am besten im gesamten Netz. Es geht also los: Lasst uns Facebook korrigieren!

