Hartz IV fördert die Glatzenbildung

Ich konnte es selbst nicht wirklich glauben, aber sowohl aus meinem privaten Umfeld und nach intensiver Recherche ist es amtlich: Hartz IV und Sozialhilfe fördern die Glatzenbildung. Haarwuchsmittel für Frauen werden nicht gefördert und müssen komplett aus eigener Tasche bezahlt werden, weil diese als Lifestyle Medikamente angesehen werden.

Hartz IV- und Sozialhilfeempfänger haben rein gesellschaftlich ein ohnehin vollkommen desolates Bild vor sich und werden auch dementsprechend vehement verschmäht. Den Leitmedien sei dank. Als groß angelegtes Konzept sowohl Langzeitarbeitslosen als auch aufgrund von Invalidität geprägten Individuen im Alltag und bei der Arbeitssuche zu unterstützen, hat man sich scheinbar wieder dazu entschieden an der falschen Stelle zu sparen.

Denn der Arbeitsmarkt ist mittlerweile was die Berücksichtigung der demografischen Faktoren von damals anging, mittlerweile wieder recht engagiert. Man stellt also nicht mehr nur junge ein sondern auch alte Menschen. Einfach auch um dem Verlust von Know How und der Altersarmut als gesellschaftlich und sozial verantwortliches Unternehmen vorzubeugen. Aber man achtet selbstverständlich auf die Äußerlichkeiten wenn es bspw. um Vakanzen bzw. Stellenangebote mit Kundenkontakt geht. Eine glatzköpfige alte Frau ist da nicht wirklich hilfreich um als Aushilfe in einem Drogeriemarkt angestellt zu werden. Und ein erhöhter Testosteronspiegel nach den Wechseljahren ist eben üblich und sollte dann in so einer pauschalisierten Berechnung mit berücksichtigt werden.

Das Bild welches diese Regelung vermittelt ist auch, dass von Seiten des Staates scheinbar kein ernsthaftes Interesse besteht Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. In der Vergangenheit hat man sich ja schon fast ein halbes Bein herausgerissen um mittels Härtefallregelung Zahnersatz für Erwerbslose zur Verfügung zu stellen.

Und auch in dem von mir genannten Beispiel sollte differenzierter an die Sache herangegangen werden. Denn diese schwerwiegende Entscheidung einer Frau ein Stück Lebensqualität zu verwehren kommt mit allen kollateralen Schäden einher. Von der immensen psychischen Belastung sich gesellschaftlich als Frau ohne Haare repräsentieren zu können, kommen auch noch all die anderen Faktoren dazu: Stress, Depressionen, Trauer und ein immenser Verlust an Lebensqualität. Und wie wir ja aus zahlreichen Studien etc. wissen, sind diese Faktoren auch Auslöser zahlreicher physischer Erkrankungen wie Neurodermitis, Herzrhythmusstörungen, Magengeschwüre oder gar Krebs. Diese Erkrankungen gehen wiederum nicht nur auf (Therapie-)Kosten der Lebensqualität des Betroffenen sondern auch auf Kosten der Krankenkassen und dies letztlich wieder mit neuen Einsparungen für die Krankenkassenmitglieder. Gewonnen hat hier niemand.

Darum spreche ich mich hiermit öffentlich für eine Förderung von Haarwuchsmitteln auf hormoneller Basis für Erwerbslose und akut von Glatzenbildung bedrohten Frauen aus. Die Kosten für das günstigste Präparat auf dem Markt um der Glatzenbildung entgegen zu wirken betragen 54 Euro. Das ist abzüglich Strom, Telekommunikation etc. vom normalen Hartz IV Satz rund ein Fünftel des gesamten Lebensunterhaltes für einen Monat. Also praktisch untragbar für die Betroffenen.

Für Männer sollte dies übrigens nicht gelten, was jedoch einfach damit zusammenhängt das die gesellschaftliche Akzeptanz von Glatzköpfigen Männern egal welchen Alters geschätzte 1000% höher ist. Die Gründe hierfür brauche ich nicht zu nennen denke ich.

Was jedoch viel wichtiger ist, ist es Aufmerksamkeit auf dieses komplett unbeachtete Thema zu schüren. Also verbreitet entweder diesen Artikel oder freut Euch auf eine Zukunft glatzköpfiger, alter, arbeitsloser Frauen.

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