Des Musikers Tod – Musikstreaming macht arm

Musikstreaming-Dienste werden immer beliebter. Obgleich Simfy, Spotify, Rdio, Napster und alle anderen, dürfte doch inzwischen klar sein dass der Obolus der hierbei für die Künstler selbst abspringt, kaum mehr für ein Abendessen an der Frittenbude nebenan nach einem anstrengenden Studiotag reicht.

Viele Bands, darunter auch „Uniform Motion“, „The Layaways“, “Deichkind”, “Jan Delay” und Labels wie „Century Media“, „Metal Blade“ und „Prosthetic Records“ beschweren und distanzieren sich von besagten Diensten. Und das zu recht.

Quelle: wirelessduniya.com

Quelle: wirelessduniya.com

Die Band „Uniform Motion“ gab an dass ihnen bei Spotify, beim Abruf des kompletten Album lediglich 0,029 Euro gezahlt werden. Im Vergleich erhällt die Band durch einen Download bei Amazon (7,11 €) sogar schon 4,97 €. In diesem Fall mit neun Titeln macht das nur 0,0032 Euro pro gehörtem Song. Der Band „The Layaways“ wurden nur 0,0023 Euro pro gespielten Titel gezahlt. Zusätzlich lässt durch das weite Angebot der so nötige Kaufdrang für Indiekünstler massiv nach.

Werbewirksam wird das wohl sein, da die User so auch auf neue Künstler treffen. Doch was kommt dann? Das ist einfach, da die Wirkungskette klare Richtungen aufweist.

Künstler versuchen höhere Zahlen gestreamter Titel zu generieren und melden sich so bei mehreren Portalen an. Nach der erfolgreichen Publikation bei mehreren Diensten entsteht nun die Feststellung dass es trotzdem nicht reicht, was dazu führen könnte dass die Künstler versuchen mehr und mehr Werke in möglichst kurzer Zeit zu veröffentlichen. Dies bleibt aber nur eine kurze Zeit, da das keine unerschöpfliche Quelle ist. Im Endeffekt befinden sich Künstler auf dem Markt, welche mit Werken von minderer Qualität versuchen die Streamzahlen künstlich hoch zu ziehen. Spätestens an diesem Punkt ist das Ergebnis klar abzusehen. Künstler verarmen und durch den Verlust an CD und Pay-to-Download Geschäften wird die Eigenfinanzierung immer schwerer. Daraus resultiert dass sie das was sie machen, nicht mehr hauptsächlich oder sogar gar nicht mehr machen können.

Doch was soll dagegen gemacht werden? Es gibt schon so viele Dienste und die Idee ist an und für sich nicht verkehrt. Der Endverbraucher hat Spaß an der Idee und an dem Konzept. Eine solche Bewegung komplett auszuhebeln scheint utopisch. Also was bleibt da noch? Diese Frage lässt sich genauso simpel beantworten wie auch die Frage zuvor.

Zuerst muss Transparenz her! Die Gelder die durch Werbung und Premiumaccounts eingenommen werden, werden nicht offengelegt. Es wird nicht gezeigt wie sich die Beträge errechnen lassen, die die Künstler bekommen oder wie welche Beträge weiter verrechnet werden. Durch die Einführung von nicht nur mehr, sondern absoluter Transparenz und der klaren Anhebung der den Künstlern ausgezahlten Beträge, können Musiker auch planen wie sie vorgehen sollen. Denn im Endeffekt sind auch Künstler vom finanziellen Aspekt abhängig. Sei es durch Equipment, Mechandising oder einfach nur die Miete und Heizkosten der eigenen Behausung.

Kurz gesagt: Es gibt bald keine neue Musik mehr, da Künstler nicht mehr auf gewohntem Niveau produzieren können. Davon abgesehen schränkt diese Bewegung auch die Bildung neuer Musikrichtungen und Stile ein.

Ich selbst als “auch-Musik-Künstler” würde diesen Diensten erst dann zusagen wenn ich wüsste dass ich dadurch sicher einen Mindestbetrag ausgezahlt bekäme, für das bereitstellen einer vereinbarten Anzahl von Werken. Natürlich geht es auch hier wieder um transparenz und Überschaubarkeit.
Ich möchte mir eben sicher sein können dass meine Werke nicht für lau an den Hörer gebracht werden, der teilweise ohnehin schon zahlt.

Im Endeffekt ist also zu sagen:
Das streamen von Musik sollte in all seinen Vorzügen genutzt werden, wobei die Nachteile aufgehoben werden sollten. Die Idee die dahinter steckt ist nicht grundsätzlich falsch. Doch ist die Umsetzung eine absolut ausbeutende und unüberdachte. Kein Musiker möchte zugrunde gehen müssen, weil er auf eine neue Art der Publizierung zugreift. Es darf nicht zu einer Gefahr werden sich als Künstler bei Streamingdiensten zu melden! Bei verbesserten, überschaubaren und transparenten Konditionen ist dem nichts entgegen zu setzen.

Was denn nun wirklich daraus wird hängt von uns, den potenziellen Usern ab!

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