Social Web: Facebook lässt Dich deine Freunde sortieren

Facebook wird wohl demnächst mit der ersten Milliarde die nächste Rekordmarke knacken. Dennoch hat man es keineswegs eingesehen das Netzwerk auch Nutzerfreundlicher zu gestalten. Postings verschwinden bzw. werden überhaupt nicht angezeigt und die Relevanz der eigenen Existenz im größten Social Network wird durch den Edgerank bestimmt.

Hinter dem "Verbergen..."-Button verbirgt sich mehr als man denkt

Hinter dem "Verbergen..."-Button verbirgt sich mehr als man denkt

Dank des in meinen Artikeln schon vielfach erwähnten und beschriebenen Edgeranks von Facebook wird die eigene Wall gefiltert. Frei nach dem Motto: “Soviel geistigen Abfall kann doch ohnehin niemand verwerten.”, werden die Beiträge von weniger aktiv beachteten Freunden einfach nicht mehr angezeigt. Und wenn dann nur sehr selten. Falls also eines Tages niemand mehr auf jemanden aufmerksam gemacht wurde, weil jemand an den Variablen für den Edgerank gespielt hat, wäre rein theoretisch die Kommunikation auf Facebook erheblich gestört. Aber soweit ist es bisher ja nicht gekommen.
Nein vielmehr hat man sich auf Facebook dazu entschieden den Nutzern mehr Macht über den Edgerank zu geben. In Form des kleinen Icons direkt rechts über der Wall hat man jetzt die Möglichkeit den Edgerank direkt zu beeinflussen. Der unauffällig dargestellte Link “Organisiere wen Du in den Neuigkeiten siehst” ermöglicht es, nicht so oft frequentierte Freunde in die Bekanntenliste zu setzen und auf diesem Wege möglicherweise noch weniger aufzusuchen. Bei mir wären dies 72 Freunde gewesen, ein hochgerechnet auf meinen derzeitigen Freundeskreis bei Facebook von 238 Leuten, Prozentsatz von ca. 30%. Also rund ein Drittel. Ich habe mal ein paar weitere Stichproben gemacht und die Raten variieren natürlich von rund 8% bis hin zu 35% ist alles dabei. Zugunsten von mehr Postings von Facebook Fanpages etc. Oder um es noch ein wenig klarer auszudrücken: Man rationalisiert mit dieser Funktion ein Drittel seiner Freunde weg, um mit mehr Werbung konfrontiert zu werden.

Ein Drittel aller Freunde welche man aus zumeist wichtigen, nostalgischen oder sonstigen Gründen zu seinen Freunden hinzugefügt hat werden entfernt. Solche Freunde brauchen in der Regel auch nicht unbedingt so wichtig zu sein, aber man hatte doch eine gewisse emotionale Bindung. Zu manchen baute man auch nur Kontakt auf um einfach zu wissen wie es demjenigen geht. Und jetzt sollen mit gerade einmal 5 Klicks all diese Erinnerungen verschwinden?

Aus Sicht der Aktionäre von Facebook ist diese Idee selbstverständlich grandios, der Nutzer selbst macht Platz in seiner Pinnwand für mehr Werbung und Postings von Fanpages. Vielleicht hat es auch aus diesem Grunde die Facebook-Aktie die letzten Tage ausnahmsweise mal wieder auf die 22 Dollarmarke geschafft. Wie dem auch sei. Facebook zeigt wieder einmal seine hässlichste Seite und macht seinen Nutzern damit nur noch mehr deutlich dass sie lediglich Werkzeug des Konsums sind, und auch gefälligst so interagieren sollten. Immerhin hätten sie dadurch auch den vermeintlichen Vorteil von lästigen Freunden befreit zu werden.

Und an dieser Stelle kommt ein wenig das gut, was Nutzer vor einigen Jahren schon auf den VZ-Netzwerken gelernt haben. Andere Profile lassen sich auch immer komplett ignorieren. Und mit dieser altbewährten aber auch effektiven Taktik hat man noch die Möglichkeit seine eigenes Netzwerk transparent von unliebsamen Gestalten zu befreien. Im Prinzip hätte man anstelle von Organisiere wen Du in den Neuigkeiten siehst auch schreiben können “Mache mal Platz in deinem Stream damit wir Dir mehr gesponsorte Postings unterjubeln und uns endlich monetarisieren können, denn tatsächlich haben wir Panik davor an der Börse unterzugehen”.

Die Terminologie Social Network passt mit dieser Funktion keinesfalls auf Facebook. Anstelle die Möglichkeiten der sozialen Interaktionen weiter auszubauen, arbeitet man vermehrt an einer Art Zensurinfrastruktur zu Gunsten der Werbekunden und natürlich um den Nutzer geistig nicht zu überfordern. Meiner Meinung nach der falsche Weg.

Was denkst Du über den “5-Klick-und-Weg”-Assistenten um rund ein Drittel deiner Freunde abzuschieben? Wie immer ist bei einem solchen Auftreten von Facebook Information wichtig. Also teile diesen Artikel um nicht am Ende per Assistenten in der Belanglosigkeit zu verschwinden.
Wenn Du weiterhin über Facebook auf dem laufenden sein wollt, dann like doch unsere Facebook Fanpage. Wir informieren hier regelmäßig über Facebook, Google+, Twitter, und das Social Web.

Veröffentlicht in: Gesellschaft, Social Web Schlagworte: , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>