Unionspolitik will Google Datensammlung regulieren

CDU Parteizentrale in Berlin / Quelle: Anja Semling  / pixelio.de

CDU Parteizentrale in Berlin / Quelle: Anja Semling / pixelio.de

Bislang speichern Suchmaschinen wie Google und Yahoo monatelang die Suchanfragen ihrer Nutzer. Der CDU Politiker Thomas Jarzombek forderte nun, dass Google die Daten seiner Nutzer nur noch für sieben Tage speichert. Wie die Zeit vor kurzem berichtete, bezieht er sich mit dieser Forderung vor allem auf die Grundlage des allgemeinen Datenschutzes. Dieser räumt es dem Staat nur 7 Tage lang ein, Vorratsdaten aufzubewahren. Kann man Datenschutz von der analogen auf die digitale Welt übertragen? Für Jarzombek bestehe daran kein Zweifel, denn es sei vielmehr eine Diskussion über Daten selbst als über das Internet oder die reale Welt. Während der Staat in seiner Möglichkeit Daten zu speichern immer mehr ausgebremst wird, haben Google & Co im Gegensatz freies Walten.

Bisher speicherte Google die Daten seiner Nutzer für insgesamt 18 Monate. Für  neun dieser Monate so, dass die Daten einer IP-Adresse – und damit also dem Nutzer – zugeordnet werden können. Erst nach Ablaufens dieser neun Monate wird dann die IP-Adresse „pseudonymisiert“, so dass nicht mehr klar erkennbar ist von welchem Notebook oder Laptop Suchvorgänge eingegeben wurden. In dieser Form werden die Daten dann weitere neun Monate gesichert, um sie nach insgesamt 18 Monaten völlig zu anonymisieren. Dies erfolgt durch eine Änderung der Cookie-ID, welche die letzten Zuordnungspunkte zu dem verwendeten Notebook oder Laptop löschen. Jarzombek schätz diese Fristen für zu lang ein und betont, dass ein großes Missbrauchrisiko mit dem Wissen aus Daten von 18 Monaten einhergeht.

Generell ist eine Kürzung der Speichererlaubnis in jedem Falle sinnvoll und erwägenswert. Gerade auch deswegen, da das Verlangen nach diesem nicht allzu jung ist. Bereits 2008 beschäftigte sich die EU mit der Dauer von Datenspeicherung über Suchmaschinen und forderte eine drastische Kürzung. Zwar räumt Google eine Herabsetzung der Speicherung von personalisierten Daten auf neun Monaten ein, für die völlig Anonymisierung von Cookies seien nach Google-Sprecherin Lena Wagner allerdings 18 Monate völlig angemessen. Dies beruht wahrscheinlich auch daher, da Daten einen enormen Stellenwert im Geschäftsmodell Googles haben. Sie dienen vor allem der personalisierten Werbung und den maßgeschneiderten Suchergebnisse, die Google eben ausmachen. Gerade deswegen mag wohl auch die Forderung nach sieben Tagen wie ein „Witz“ für Google klingen.

Es bleibt nur zu verfolgen, wie sich die Diskussion um den Datenschutz weiter entwickelt. Dass Google seine Datenspeicherfrist auf sieben Tage einstellen muss, ist wenig vorstellbar. Bislang ist das Thema der Speicherfrist bei Suchmaschinen und sozialen Medien nur ein “Diskussionspunkt” in der Union, wie Jarzombek selbst bestätigt. Es bleibt also auch noch in Zukunft spannend.

Über die Autorin: Louise Miller, 27, lebt in London. Sie studierte an der City University und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema “Soziale Medien und Unternehmen”. Augenblicklich arbeitet sie als freiberufliche Journalistin.

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