22 Jahre Deutsche Einheit in der Medien- und Markenwelt

Die politische und wirtschaftliche Bilanz der deutschen Einheit ließ sich vor kurzem in allen Zeitungen nachlesen. Wie sieht es allerdings bei der digitalen Welt von Medien und Marken aus? Sind wir da auch eine Einheit?

Aktive und Passive Präsenz im Internet

Die Internetnutzung von Privathaushalten ist laut Statistischem Bundesamt in den letzten Jahren stetig gestiegen, so dass 2011  77% aller Privathaushalte in Deutschland Internetzugang haben. Eine private Umfrage von (N)Onliner setzt die Zahl der aktiven Internetnutzer in Deutschland bei 75,6% im Jahr 2012 an. Die Statistiken lassen zwei Trends erkennen: Erstens ist noch eine deutliche Diskrepanz zwischen Ballungsgebiet und dem ländlichen Raum zu sehen: Spitzenreiter beim „Onliner Anteil“ in der Bevölkerung sind die Stadtstaaten Hamburg (80,0%), Berlin (79,8%) und Bremen (79,5%).

Zweitens sind Ost und West immer noch nicht auf gleicher Ebene bei der Internetnutzung. Die neuen Bundesländer belegen allesamt die hinteren Plätze: Sachsen auf dem 11. Platz mit 71,8% wird gefolgt von Thüringen (71,7%), Brandenburg (69,7%) und Mecklenburg-Vorpommern (68,6%). Die einzige Ausnahme aus dem Westen ist das Saarland auf Platz 15 mit 67,4%. Einen niedrigeren Anteil an Onlinern gibt es nur in Sachsen-Anhalt das mit 67,3% das am wenigsten vernetzte Bundesland darstellt.

Popularität von Marken in Ost- und Westdeutschland

Eine stärkere Angleichung lässt sich im Markenimage der Bürgerinnen und Bürger erkennen, wie eine Studie der Werbeagentur Young&Rubicam ergibt.

Quelle: Young&Rubicam Deutschland

Quelle: Young&Rubicam Deutschland

Während es vor zehn Jahren noch deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gab bei der Bewertung von Marken, gleichen sich die Ergebnisse immer mehr aneinander an. Vor zehn Jahren gehörten „Vergnügungsmarken“ wie Playstation oder Europa-Park Rust noch zu den beliebtesten Marken in Ostdeutschland. Im Westen dagegen waren „Heim-Ausstatter“ wie IKEA oder Media Markt am populärsten. Wie die Graphik zeigt, gibt es einen gesamtdeutschen Trend hin zu Internetmarken wie Google und Ebay. Außerdem sind Apple Produkte wie iPod, iPhone in Ost- und Westdeutschland hoch angesehen. Es bleibt gespannt zu beobachten, wie sich Apple-Alternativmarken wie Smartphones und Tablets mit dem Android-Programm oder die neuesten Ultrabooks von Intel in den verschiedenen Bundesländern durchsetzen werden.

Wie Thorsten Esch, Geschäftsführer von  Young&Rubicam im Interview erklärte, ist diese Angleichung von Ost und West von besonderer Bedeutung, weil Marken „sehr stark von gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen beeinflusst“ werden. Damit können Marken als Indikator der kulturellen Integration Deutschlands dienen.

Die altbekannte Frage nach der Zufriedenheit

Bei den Marken sind sich die Deutschen schon relativ einig und auch bei der Internetnutzung rücken Ost und West näher aneinander. Aber wie sieht es mit der Lebensqualität der Bürger aus? Eine Umfrage der Leipziger Volkszeitung führte zu einem geteilten Ergebnis zwischen der Meinung, dass es sich im Westen besser lebt (44%) und der Meinung, dass es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Lebensqualität in den alten und neuen Bundesländern mehr gibt (31%). Lediglich 11% der Befragten gaben an, die Lebensqualität im Osten besser einzuschätzen als die im Westen. Offen bleibt allerdings, inwiefern die Internetnutzung Einfluss nimmt auf die Wahrnehmung der Lebensqualität.

Über die Autorin: Louise Miller, 27, lebt in London. Sie studierte an der City University und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema “Soziale Medien und Unternehmen”. Augenblicklich arbeitet sie als freiberufliche Journalistin.

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