Facebook: Deine Meinung ist 4,92 Euro wert

Es wird abgerechnet! Nachdem wir bisher den Edgerank und die Sponsored Postings bisher nur aus der Distanz in Übersee erleben konnten, wurde bei mir eben das Update zum “Hervorheben” meiner Statusmeldungen ausgerollt. Ich darf 4,92 Euro zahlen wenn ich möchte dass, alle meine Freunde meine Postings sehen. Andernfalls kann ich auf die bisher offiziellen Zahlen verweisen, ca. 27 % meiner Leute kann die Meldung noch regulär sehen. Andere Nutzer haben sogar weitaus niedrigere Werte in ihrer Reichweite.

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Aber schauen wir uns doch kurz einmal an was uns Facebook da offeriert: Für 4,92 Euro kann man seine Meinung loswerden. Deine Meinung ist also ziemlich viel wert. Aber auch nur wenn Du bezahlst.
An Zahlungsmöglichkeiten stehen übrigens recht viele Optionen zur Verfügung: Unter anderem Überweisung und das Lastschriftverfahren. Sehr optimistisch und zukunftsfreudig. Im Gegensatz zu den Bezahlmöglichkeiten bei bspw. Google oder Microsoft bei denen seit jeher gewissermaßen ein Kreditkartenzwang herrscht, hat man sich also dem deutschen Markt angepasst.

Und was passiert mit den Leuten die nicht zahlen? Die Verschwinden in der Versenkung. Im wahrsten Sinne des Wortes: Der Edgerank Algorithmus zeigt die Statusmeldungen von Freunden einfach so gut wie nicht mehr an. Es zählt Interaktion. Reinste Interaktion. Wenn die Statusmeldung die Du von Dir gibst also nicht geliked oder kommentiert wird, bemerkt Dich zukünftig auch niemand mehr.

Ich persönlich glaube ja langsam das in Facebooks Headquarter nicht mehr über die Handlungen nachgedacht wird, welche in den mehrfachen Updates über den Tag geschehen. Nur noch fixiert auf Monetarisierung und einen möglichst guten Kurs an der Börse (welcher mit derzeit 19,73 Dollar ziemlich grottig ist), verliert man den Nutzer aus den Augen. Eigentlich ging ich davon aus dass die große Flucht der Nutzer aus Facebook zu den anderen Social Networks erst im nächsten Frühjahr beginnt, aber hier hat man den Bogen weit überspannt. Es wird also demnächst losgehen.

Das hat nichts mehr mit Marketingstrategien zu tun um es bspw. Fanseitenbetreibern schwerer zu machen. Man spielt hier ganz offen mit den Social Needs, also Interaktion, Kommunikation und vor allen Dingen Aufmerksamkeit und Zuneigung. Anstatt den Leuten mit wenig Geld ins Gesicht zu spucken, hat man sich dazu entschieden diese nahezu komplett aus der Wall zu nehmen. Eine automatisierte Diskriminierung sozusagen. Sie sind ja für einen Marktführer wie Facebook nicht mehr von Interesse.

Es können also nur noch genau zwei Dinge geschehen: Entweder bildet sich jetzt ein Netzwerk der zukünftigen Elite oder die große Flucht wird initiiert. Die große Flucht ist weitaus wahrscheinlicher. Empfehlen kann ich zukünftigen Umsteigern guten Gewissens Google+ oder Twitter. Um den Einstieg in die anderen Netzwerke zu erleichtern, werde ich demnächst hier ein paar Tutorials und Einstiegshilfen für die beiden Social Networks zur Verfügung stellen.

Generell kann ich wie immer nur empfehlen: Informiert Eure Freunde über die mittlerweile extremen Einschränkungen durch den Edgerank. Wenn Ihr weiterhin auf dem Laufenden bleiben wollt, dann folgt uns doch auf Twitter, Google+ oder eben Facebook.

 

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