Warum Facebook sich mit dem Edgerank selbst zerstört

Neben dem Edgerank, könnte vielleicht auch Kannibalisierung in der Riege der Social Media Unwörter des Jahres 2012 stehen.

Auch Mobil durch den Edgerank beschnitten: Die Facebook App

Auch Mobil durch den Edgerank beschnitten: Die Facebook App

Nach der extrem hohen Aufmerksamkeit um meinen Artikel Facebooks Zensur zu umgehen, kamen natürlich auch entsprechende Stimmen auf, dass dies nicht den Tatsachen entspräche etc.. Im Gegensatz zu vielen anderen im Netz, habe ich mir allerdings auch nicht Social Media Entrepreneur auf die Stirn gemalt und komme mit teils sich selbst wiederholenden nichtigen Behauptungen auf.
In erster Linie geht es mir in den Artikeln um Facebook und um das Social Web herum, darum diese Marketingkennzahlen und meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben und selbstverständlich auch die Strukturen hinter den Netzwerken gut verständlich zu erklären. Ich selbst erhebe an mich ebenfalls den Anspruch, dass diese der Wahrheit entsprechen. Aber es macht für mich keinen Sinn, die Artikel so zu gestalten, dass diese nur eine gewisse Zielgruppe verstehen und erreichen kann und Social Media Experten gibt es im Internet ja zur genüge. Wenn jemand hochprofessionelle Fachsimpelei haben möchte, kann er gerne auch andere Blogs aufsuchen.
Im Falle von Facebooks Edgerank und den Sponsored Postings ist einfach jeder einzelne Facebook Nutzer betroffen und letztendlich auch das Netzwerk selbst, darum schreibe ich darüber.

Mit den Sponsored Postings und dem Edgerank hat man einen (künstlichen) Anreiz für Fanpages geschaffen, die bisher verschmähten Werbeanzeigen zu verwenden, aber dabei gleichzeitig die kleineren Anbieter von Fanpages stellenweise zur Resignation getrieben. Ein spürbares Vakuum an kultureller Vielfalt in den einzelnen Streams wird sich jedenfalls in den nächsten Wochen und Monaten auf Facebook bemerkbar machen. Für Facebook bedeutet dies wiederum: Weniger Anbieter von Inhalten.

Jetzt war man im Headquarter von Facebook allerdings scheinbar etwas übermütig und hat sich dazu entschieden auch die Nutzer selbst in Ihrer Reichweite zu beschneiden bzw. die normalen Statusmeldungen in der Wall “auszubremsen”. Warum sollte ein Nutzer also noch Meldungen mit seinen Freunden teilen, wenn er sich darüber bewusst wird, dass diese doch ohnehin nur bei einem winzigen Bruchteil der Freunde angezeigt werden? Die Schlussfolgerung ist letztlich die gleiche wie bei den Fanpages: Weniger Anbieter von Inhalten für Facebook, durch weniger Statusupdates.

Wenn es jetzt also durch die Einschränkungen des Edgeranks, immer weniger Anbieter von Inhalten gibt, wozu soll der normale User dann Facebook noch nutzen?
In der Vergangenheit war Facebook für die meisten eine Plattform für den Austausch mit Freunden und dem Konsum von Inhalten (Bilder, Videos, Artikel etc.), Wenn jetzt jedoch diese Form der einzelnen Abonnements verschwindet, und sozusagen abonnierte Inhalte oder Statusmeldungen von Freunden einfach nicht oder nur sehr unregelmäßig angezeigt werden, sieht auch der Nutzer keinen Sinn mehr sich wissentlich mit diesem Netzwerk auseinanderzusetzen.

Die Rechnung ist also ganz einfach: Weniger Fanpages – weniger Inhalte – weniger Nutzer – weniger Geld. Und als ganz normales Kommunikationsmedium wird sich Facebook niemals etablieren. Dazu gibt es weitaus attraktivere Konkurrenten a la WhatsApp, Skype etc.

Den Edgerank also auf Nutzerbasis auszurollen, war der langfristig gesehen wohl größte Fehler den die Unternehmensführung von Facebook jemals machen konnte. Das Social Networks frisst sich also förmlich selbst auf. Ich persönlich denke ja immer noch, dass man mit einem Zeitreise-Feature und einer Auflockerung des Edgeranks Facebook wieder attraktiver machen könnte, aber scheinbar ist man Palo Alto doch nicht so innovativ und verständig wie man sich gerne nach außen hin gibt.

Um mit diesem Missverständnis im Social Web aufzuräumen, dass der Edgerank doch nur ein Hilfsmittel sei, ist es umso wichtiger diesen Artikel weiter zu verbreiten. Einige Nutzer sind nicht umsonst zu Google+ oder Twitter gewandert, denn ihnen waren unter anderem auch die Einschränkungen die Facebook bot bewusst. Um den Einstieg in die anderen Social Networks zu erleichtern, werde ich ab morgen auch mit dem bereits angekündigten Tutorial zu Google+ starten. Uns zu folgen lohnt sich also.

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