Geld regiert die Ernährung: Wo das finanzielle einer gesunden Ernährung im Wege steht

Gemüsepfanne / Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de

Gemüsepfanne / Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

In einer immer schnelllebigeren Gesellschaft, in der Werbung den Alltag regiert, wird es immer schwerer zu erkennen was wirklich gut für einen ist. Hunderte Studien die alle etwas anderes erzählen. In der einen wird die vegetarische oder gar vegane Ernährung angepriesen. In der nächsten wiederum als ungesund und als Mangelernährung verhöhnt. Grundlegend ist dazu sicherlich erst einmal zu sagen, das alle drei Ernährungsformen (omnivor, vegetarisch und vegan) richtig ausgeführt, ausgewogen sein können. Doch ist auch mit geringen finanziellen Möglichkeiten eine ausgewogene Ernährung bezahlbar? Was ist wirklich gesund und was kostet es?
Um der Frage auf den Grund zu gehen, gilt es erst einmal die vorgestellten Ernährungsweisen aufzuschlüsseln.

Eine omnivore Ernährung ist die klassische Mischkost. Man isst alles und achtet im besten Falle auf Ausgewogenheit der Lebensmittel. Bis auf eventuelle Allergien gibt es nichts zu beachten.

Die vegetarische Ernährung, die sicher jedem ein Begriff ist, verzichtet komplett auf „totes Tier“.
Das heißt nicht nur kein Fleisch sondern auch der Verzicht auf z.B. Gelatine, da diese aus Knochen hergestellt wird. Vegetarier müssen lernen zwischen den Zeilen zu lesen und sich umfassend informieren. Denn man glaubt es kaum welche Produkte alle tierische Bestandteile beinhalten. Ein Vegetarier lebt nicht automatisch gesund weil er mehr „Grünzeug“ isst. Es ist unvermeidbar darauf zu achten auch Lebensmittel zu sich zu nehmen die z.B. Proteine und Vitamin B12 enthalten. Tut man dies nicht treten schnell Mangelerscheinungen auf.

Die Vegane Ernährung ist eine gesteigerte Form der vegetarischen Ernährung. Veganer verzichten vollständig auf tierische Produkte und leben rein pflanzlich. Und so unglaubwürdig es auch klingen mag auch diese Ernährung kann ausgewogen und sogar sehr gesund sein. Dies erfordert jedoch gute Kenntnisse von Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffe.

Nun zum eigentlichem Thema. Wie erschwinglich ist eine wirklich gesunde Ernährung? Und vor allem warum, außer aus gesundheitlichen Gründen sollte man sich bewusst Ernähren? Geht man in den örtlichen Supermarkt fällt vor allem auf, dass gerade Fleisch zu wahren Schleuderpreisen Angeboten wird. Das diese Preise nur durch eine Intensive Massentierhaltung erzielt werden können sollte jeder wissen. Neben den unwürdigen Umständen welche die Nutztiere ertragen müssen, zieht diese Art der Haltung auch weitaus größere Kreise, als so mancher denkt. Unsere gesamte Tierhaltung produziert mehr klimaschädliches Gas als der Flugverkehr der gesamten Welt. Dazu kommen noch Tonnen an Ausscheidungen der Masttiere die den Boden verseuchen. Und eine extreme Ineffizienz der Ressourcen. Der Durchschnitt sagt: Um einen Menschen mit Fleisch zu versorgen (hier ist die Rede von einer Mahlzeit!) müssen vorher Ressourcen aufgebracht werden die 15 Menschen hätten ernähren können.
Dies heißt nicht das wir eine omnivore Ernährung verteufeln sollten. Wir müssen wieder lernen bewusst mit unseren Lebensmitteln umzugehen. Je nach Körpergröße reichen 300 – 600g Fleisch in der Woche für eine gesunde Ernährung vollkommen aus! Doch nun tut sich gerade für ärmere Familien dass Problem auf, das Fleisch nunmal sehr sättigent ist und dabei auch billig. Während zum Beispiel gleichwärtig sättigende Soyaprodukte oder hochwertige Fleischprodukte fast das dreifache kosten. Während Fleisch noch vor nichtmal 50 Jahren ein Luxusgut war und Gemüse, Obst, Kartoffeln zum täglichen Speiseplan gehörte hat sich das ganze im Laufe der Jahre umgedreht. Das Problem beginnt schon bei Brot. Das Weißbrot(Toast) nicht den größten Nährwert hat ist jedem bewusst doch geht man von einer Durchschnittsfamilie (Mutter, Vater, Kind) aus kann man mit geringen finanziellen Möglichkeiten nicht mal das „täglich Brot“ garantieren. Rechnet man mit 2 Laib Brot in der Woche die, von der Durchschnittsfamile zum Frühstück und Abendbrot verzehrt werden, kommt man je nach Brot in der Woche schon schnell auf 4 – 5 Euro. Das wären alleine 16 – 20 Euro im Monat. Das allein für „gesundes“ Brot. Wo hingegen man für Weißbrot allerhöchstens mit 10 Euro rechnen kann. Geht man nun von einer gesunden vegetarischen Ernährung aus, gehen die Kosten für Ernährung noch mehr in die Höhe weil Sojaprodukte nun mal sehr teuer sind.

Ob nun omnivor, vegetarisch oder gar vegan, auf den Punkt gebracht ist eine gesunde Ernährung teuer, dies wird sich über kurz oder lang wohl nur ändern wenn man beginnt umzudenken. Denn: Der Markt produziert das in Massen, was die Masse will (oder sich leisten kann) und genau an diesem Punkt beginnt der Teufelskreis.

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