Facebooks Weg gegen Zensur und den Missbrauch deiner Daten

Kaum zu glauben, aber auch Facebook macht seine Nutzer jetzt aktiv auf seine neuen Richtlinien aufmerksam. Na gut. So richtig aktiv macht man wohl auch nicht darauf aufmerksam, sonst würdest Du nicht diesen Artikel hier lesen. Es geht um rund 300 Millionen Nutzer, Facebooks politische Einstellung und natürlich um die Datenschutzregelungen beim derzeit größten sozialen Netzwerk der Welt.

Aber zunächst einmal wie immer: Fakten!

  • Facebook zensiert die Statusupdates Deiner Freunde und Fanpages die Du geliked hast
    Nur noch rund 15-20 % aller Meldungen die Deine Freunde abgeben lassen sich auch sehen. Ich habe in der Vergangenheit schon des öfterendarüber geschrieben. 

    Facebook App: Jetzt auch mit 100% Werbung

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  • Facebook überschwemmt Dich mit Werbung. Stellenweise kommt man in den mobilen Apps von Facebook auf 100 % Werbung. In der gewohnten Darstellung am Desktop erreicht man teilweise 80% Werbung auf tatsächliche “echte” Status-Updates.
  • Facebook verkauft Deine Daten zu Werbezwecken. Dies ist der wohl bekannteste Fakt. Egal ob einfache Likes, Fotos, Telefonnummern: Letztlich bezahlst Du bei Facebook mit Deinen Daten.
  • Facebook diskriminiert sozial schwächere Menschen. Der Weg um in seinem Freundeskreis auf Facebook wieder mehr Aufmerksamkeit zu erlangen ist entweder ein extrem kreativer Post oder Du bezahlst das Social Network deinen Beitrag mehr Menschen zu zeigen. Sozial schwächere Menschen haben diese Möglichkeit aufgrund der finanziellen Mittel nicht. Wer kein Geld hat wird sich also über kurz oder lang anderweitig umschauen müssen.
  • Facebook möchte keinen Frühling. Die erste politische Aussage von Seitens Facebooks ist: Wir unterstützen keine Länder die von den USA mit einem Handelsembargo belegt wurden. Dies sind zum Beispiel: Kuba, Iran und Nordkorea. Noch vor über einem Jahr wurden Twitter und Facebook als organisatorische Mittel bei den Protesten in Ägypten gefeiert, aber man traut sich offenbar nicht zu dies auch in den von Embargos und Sanktionen belegten Ländern durchzuführen. Hier läuft das Social Network in einer sehr speziell angepassten Form. Also praktisch ohne inländische Werbung und mit weiteren Einschränkungen welche die jeweiligen Zensoren in dem Land bestärken. Ein weiterer arabischer Frühling ist für Facebook also nicht im aktuellen Fokus.
  • Facebook will Dich nicht hören. Offenbar geht man Betreiberseitig davon aus, dass das Netzwerk sich selbst regulieren kann. Aus jenem Grunde wird gegen politisch fragwürdige Fanpages und sehr intolerante User auch nicht vorgegangen und wenn dann nur sehr langsam. Dann ist da auch noch die Problematik mit den “Theresa-Geburtstagsparty”-Events. Aber bezüglich dessen habe ich einen interessanten Punkt in den AGBs und aktuellen Richtlinien von Facebook gefunden:“[]…6. Ziffer 16.3 wird ersetzt durch: Wir sind ausschließlich wie folgt haftbar: Wir haften unbeschränkt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen (i) für Schäden die aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit entstehen…[]“

    Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wenn eine Gruppe von Aktivisten oder so ein Event-Flashmob erheblichen Schaden angerichtet haben, müsste Facebook auch zu einem Teil die jeweiligen Kosten übernehmen, denn dies geschah auf Basis der Verletzung der Aufsichtspflicht. Und als Betreiber einer Community oder eines Forums muss und sollte man im jeden Falle darauf achten, dass durch die Nutzer und die Plattform als Kommunikationsmittel keine Schäden entstehen. Auch mit den Konsequenzen in der realen Welt. Dadurch das Facebook weder Tools zur Verfügung stellt um bspw. Diskriminierung vorzubeugen, noch selbst scheinbar dazu in der Lage ist als Betreiber des Netzwerks auch eine Aufsicht für seine Nutzer zu gewährleisten, ist es ziemlich offensichtlich dass es Facebook nicht interessiert welche Probleme tatsächlich in dem Social Network bestehen.

So genug der Aufzählungen. Was ändert sich nun mit den neuen Bestimmungen? Facebook möchte Dich als Nutzer entmündigen. Während es in der Vergangenheit möglich war zumindest theoretisch gegen Veränderungen der Datenschutzbestimmungen oder Richtlinien abzustimmen, möchte Facebook diese Möglichkeit jetzt komplett herausnehmen. Im Klartext: Wenn Facebook seine Richtlinien in Zukunft also ändert, gibst Du dich als Nutzer damit still schweigend einverstanden. Selbst wenn Du an den Support oder sonst jemanden bei Facebook schreibst, es wird bei dem Social Network niemanden interessieren. Du hast Dich mit der weiteren Nutzung von Facebook damit ja einverstanden erklärt.

In 3 einfachen Schritten kannst Du Dich aber von der Willkür des blauen Riesen befreien.

Facebook: Die Wahl zur Änderung der Richtlinien

Facebook: Die Wahl zur Änderung der Richtlinien

 

  1. Teile diesen Artikel und erzähle Deinen Freunden von Facebooks Interpretation der Entscheidungsfreiheit und Meinungsbildung
  2. Gib Facebook Deine Stimme zu hören und entscheide Dich gegen die geplanten Änderungen der Richtlinien um zukünftige Abstimmungen auch weiterhin zu ermöglichen. Die Wahl ist per App verfügbar gemacht worden.
  3. Unterstütze die aktuell größte Klage Europe vs. Facebook. Es geht um das Vorhaben von Seiten Facebooks den Datenschutz in Europa weiter zu lockern. Auch Kinder sollen in Zukunft nicht mehr vor dem Social Network geschützt sein.

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