Social Web: In Zukunft Abmahnungen für das Tweeten und Posten von Links?

Ihr habt Euch in der Vergangenheit bestimmt immer wieder darüber gewundert warum ich über das Leistungsschutzrecht und Lex Google berichtet habe, denn immerhin habe ich in den jeweiligen Artikeln aus meiner Sicht als Blogger geschrieben. Und sehe auch jetzt noch keinen Anlass dazu meine Meinung zu den Auswirkungen auf die Blogs in Deutschland  zu revidieren.
Aber darum geht es auch gar nicht, für die meisten der Leser wird das Leistungsschutzrecht aus der Sicht eines Blogs nicht relevant sein. Weitaus interessanter und vor allen Dingen bedrohlicher wirkt diese Meldung. Auf Basis eines neuen Gutachtens zum Leistungsschutzrecht kam heraus, dass letztlich nur Gerichte darüber entscheiden können, ob eine Abmahnung auf Basis eines möglicherweise vom Leistungsschutzrecht geschützten geistigen Eigentums wie Bilder, Texte etc. abgemahnt werden darf.

Ein Like kann bald sehr teuer werden

Ein Like kann bald sehr teuer werden

Im Klartext: Wenn Du zukünftig auf bspw. einen Artikel eines Pressehauses teilen oder tweeten solltest, läufst Du Gefahr von irgendwelchen Anwälten abgemahnt zu werden. Dies geschieht insbesondere bei Facebook wenn man auf dem jeweiligen Artikel einen Like hinterlässt, denn Facebook zeigt diese Meldung den eigenen Freunden aber nicht dem Nutzer der klickte selbst. Die Gefahr sich unbewusst selbst ins Aus zu schießen ist also groß. Und diese Abmahnung sind bekanntermaßen nicht wirklich günstig.
Zwischen 120 und 4000 Euro sind realistisch für jeweils ein einziges Posting.

Jetzt wird es natürlich den einen oder anderen geben der sich sagt: “Das Leistungsschutzrecht wurde ja auch nur gemacht um Presseverlage zu schützen und damit qualitativen Journalismus auch weiter zu gewährleisten.” Dies war der ursprüngliche Kerngedanke. Die Problematik ist allerdings dass der Gesetzesentwurf als solches wirklich nur ein sehr grober Entwurf ist, welcher abgesehen von dem anvisierten Google, auch gleich einmal die Internetnutzer mit nimmt. Und wie immer muss in einer solchen rechtlichen Grauzone zunächst durch Gerichtsurteile entsprechende Klarheit verschafft werden. Dies nimmt je nach Auslastung der jeweiligen Gerichte an die 6 – 24 Monate in Anspruch. Und in exakt diesem Zeitraum der Unklarheit können zunächst alle Postings, Statusmeldungen und Tweets abgemahnt werden, wenn in den Augen der Kläger die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Jetzt ist das Leistungsschutzrecht allerdings außerhalb des üblichen Fokus der Internetnutzer, weil im Vorfeld ja davon ausgegangen werden konnte, dass man nicht betroffen sei. Umso wichtiger ist es also zu informieren und diesen Artikel zu teilen. Und wie Ihr ja wisst sind wir kein Verlagshaus. Teilen ist also komplett ungefährlich.

Wie sehr Ihr die aktuelle Situation? Werdet Ihr zukünftig das Teilen von Links in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. unterlassen? Ich freue mich auf Eure Antworten.

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